Landespolizeipfarrerin Astrid Stephan offiziell in Dienst eingeführt

veröffentlicht 29.03.2026 von mkr, Polizeipfarramt der EKHN

Gottesdienst und Empfang am 27. März 2026 in Darmstadt

Menschen in schwierigen Situationen begleiten, Räume der Hoffnung eröffnen und mit einer ruhigen Spiritualität präsent sein. So beschrieb Oberkirchenrat Raimar Kremer die Aufgabe von Pfarrerin Astrid Stephan als neue Landespolizeipfarrerin in Hessen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). In einem Gottesdienst im März 2026 ist Pfarrerin Stephan in der Evangelischen Christophoruskirche in Darmstadt offiziell in ihr Amt eingeführt worden.

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Oberkirchenrat Kremer, Leiter des Zentrums Seelsorge und Beratung der EKHN, stellte Pfarrerin Stephan als Pfarrerin vor, die zuhören könne, ohne zu urteilen. Sie könne Hoffnung wecken, ohne sie aufzudrängen. Ihre Berufserfahrung zeige, dass sie nicht nur einzelne Situationen sehe, sondern Zusammenhänge herstelle. “Sie begleiten nicht nur Menschen, sondern auch Teams, Strukturen, Prozesse. Gerade im Polizeialltag, der von Verantwortung, Tempo und Belastung geprägt ist, ist dieser Blick ein Geschenk. Denn hier geht es oft um mehr als um einzelne Einsätze. Es geht um Kultur, um Haltung, um das Miteinander in schwierigen Momenten”, so Kremer.

Polizeiseelsorge als Schutzraum

Der Polizeidienst verlange, Klarheit im Kopf, Standfestigkeit im Herzen und Menschlichkeit zu bewahren, auch wenn die Lage unübersichtlich wird, sagte Kremer weiter. Polizeiseelsorge sei ein Schutzraum und ein Ort, an dem Belastung ausgesprochen werden dürfe: “Ein Ort, an dem Schuld, Zweifel, Erschöpfung und Mut nebeneinander stehen dürfen.”

Segen zur Einführung in den neuen Dienst empfing Pfarrerin Stephan nicht nur von Oberkirchenrat Kremer, sondern auch von ihrem Kollegen im Polizeipfarramt Michael Grimm und der katholischen Polizeiseelsorgerin Anna Albert, vom Beirat des Polizeipfarramts und aus dem früheren Arbeitsfeld im Stadtjugendpfarramt Wiesbaden.

Für gutes gesellschaftliches Zusammenleben einsetzen

Ihr ihrer Predigt über den bekannten Abschnitt aus dem neutestamentlichen Galaterbrief, „Helft einander, die Lasten zu tragen. So erfüllt ihr das Gesetz, das Christus gegeben hat“ (Galater Kapitel 6, Vers 2), sagte Stephan, wichtig sei, einander zu helfen. Das sei gelebte Nächstenliebe. Gewarnt werde müssen aber vor Selbstsucht – davor, sich selbst für besser als die anderen zu halten. Zur christlichen Freiheit gehöre auch das Unvollkommene und Scheitern. Durchhaltevermögen sei nötig, bis das eigene gute Tun Wirkung zeige. Abschließend sagte die Pfarrerin: „Gemeinsam geht es besser. Und gemeinsam sind wir dann auch stark genug, um uns immer wieder für ein gutes gesellschaftliches Zusammenleben einzusetzen.“

Der Gottesdienst in der Evangelischen Christophoruskirche in Darmstadt wurde musikalisch vom Holzbläserensemble des Hessischen Landespolizeiorchesters unter der Leitung von Esther Alt begleitet. Die Orgel spielte Organist Bernhardt Brand-Hofmeister.

Grußworte aus dem Landespolizeipräsidium und von Kollegen

In einem Grußwort nach dem Gottesdienst begrüßte Landespolizeivizepräsidentin Susanne Stewen Pfarrerin Stephan herzlich in ihrem neuen Amt. Der Polizeidienst der mehr als 22 Tausend Mitarbeitenden der hessischen Polizei erfordere Hingabe und ein klares Werteverständnis. Die Polizeiseelsorge sei ein wichtiger Partner für Fragen der Ethik. Die Angebote der Seelsorge unterstützten die Resilienz der Polizeibeschäftigten. Evangelische Seelsorge verspreche, zu stärken und zuzuhören. „Ich bin mir sicher, dass sie diesem Versprechen gerecht werden“, sagte Stewen zu Stephan gewandt.

In einem ökumenischen Grußwort hießen Pfarrer Ulrich Briesewitz und Diakon Stephan Arnold die neue Landespolizeipfarrerin in ihrem Dienst willkommen. Briesewitz ist Landespolizeipfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und sprach auch für die Konferenz Evangelischer Polizeipfarrerinnen und Polizeipfarrer (KEPP) in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Arnold ist Landespolizeiseelsorger für die katholischen Bistümer in Hessen. Für ihren Dienst überreichten sie Pfarrerin Stephan das Symbol einer Taube und eine Kerze mit dem Polizeiseelsorge-Logo. Jetzt sei ihre Aufgabe, im neuen Amt Überblick zu gewinnen, Lageerkundung zu betreiben, um dann Feldkompetenz zu entwickeln.

An den Gottesdienst schloss sich ein Empfang im Zentrum Bildung.

Hintergrund

Astrid Stephan trat ihren Dienst im Polizeipfarramt der EKHN am 1. Januar 2026 an. Sie folgte damit der ehemaligen Leitenden Polizeipfarrerin Barbara Görich-Reinel, die im Herbst 2025 in den Ruhestand ging.

Zum Auftrag von Landespolizeipfarrerin Astrid Stephan gehören die Vertretung der kirchlichen Arbeit in der hessischen Landespolizei und gegenüber der Öffentlichkeit, die Kontaktpflege zum Hessischen Innenministerium und weiteren Polizeibehörden.

Pfarrerin Stephan kümmert sich um die Seelsorge für Polizeibedienstete sowie deren Angehörige in Dienststellen in Frankfurt, Süd- und Südosthessen und dem Vogelsberg. Sie soll außerdem Berufsethik an der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HÖMS) in Mühlheim lehren. Auch Gottesdienste und spirituelle Angebote gehören zu ihren Aufgaben.

Im Polizeipfarramt der EKHN arbeitet Astrid Stephan zusammen mit dem Landespolizeipfarrer der EKHN für Rheinland-Pfalz Dr. Michael Grimm und Polizeipfarrer Armin Kistenbrügge, der in Mittelhessen tätig ist. Das Polizeipfarramt der EKHN ist dem Zentrum Seelsorge und Beratung der EKHN mit Sitz in Darmstadt angegliedert. Der Dienst der Polizeiseelsorge wird begleitet von einem Beirat, dem von der Kirchenleitung der EKHN berufene Mitglieder aus dem aktiven Dienst der Polizei angehören.

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