Das Foto zeigt eine Hand mit einer Schussverletzung. Aber die Finger formen das Victory-Zeichen. ©ekhn

Wer‘s glaubt, wird selig.

Geistlicher Impuls für April 2026

Von Polizeipfarrer Dr. Armin Kistenbrügge


„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ (Johannesevangelium Kapitel 20, Vers 29)

„Guter Mann, ich glaube erstmal gar nichts. Ich halte mich an die Fakten“, grantelt der alte Ermittler im Krimi, wenn sein Gegenüber bei der Vernehmung gestenreich beteuert, er wäre nicht der Gesuchte, man müsse ihm glauben. Sich nüchtern an die Daten halten ist für solides Polizeihandwerk auch unerlässlich.

Aber wer im Alltag nur dem glaubt, was er sieht, kratzt womöglich ein Leben lang nur an der Oberfläche, dessen Leben hat eine Tiefe wie eine Pizza Margherita. Der sprichwörtliche „ungläubige Thomas“ aus dem Kreis der Jünger war allerdings nicht einfach ein methodischer Zweifler, dem jeder Glaube suspekt ist.

Wie glauben?

Der „ungläubige Thomas“ wollte das: Neues Vertrauen schöpfen, nach dieser furchtbaren Erfahrung, dass mit dem Tod seines Meisters das ganze Gerüst zusammengebrochen war, auf dem er seine Existenz als Schüler von Jesus aufgebaut hatte. Dem reichte es nicht, die anderen von ihrem religiösen Anglerlatein von der angeblichen Auferstehung erzählen zu hören: „Ich kann das erst glauben, wenn ich ihm selber begegnet bin.“

Selber essen macht satt, auch im Glauben. Dem also sagt Jesus, nachdem er ihn buchstäblich an die Hand genommen hat, sich hat „begreifen“ lassen: „Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ (Johannesevangelium Kapitel 20, Vers 29)

Glauben – aus der eigenen Geschichte heraus

Jesus meint damit im Grunde auch mich. Mein Glaube lebt ja auch nicht von den Geschichten und den Texten der Bibel allein. So wie bei Thomas, dem Jünger, der eine tiefere Erfahrung wollte, brauche ich das auch, dass die Ostergeschichte vom auferstandenen Jesus etwas in mir anspricht. Damit aus einer fremden Story, der man Glauben schenken kann oder nicht, die eigene Geschichte wird. Dass man sich selbst „angesprochen“ fühlt. Und antworten kann.

Dann kann man auch heute die Erfahrung machen: Die Jesus-Story ist keine ferne Vergangenheit, sie nimmt einen auch heute noch mit. Und lässt dem Tod nicht das letzte Wort.

Frohe Ostern!
Ihr Polizeipfarrer Armin Kistenbrügge