Ein Anker hängt an einem Schiff. JürgenTreiber_fundus-medien.de

Hoffnungsgedanken

Geistlicher Impuls für Mai 2026

„Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele.“
(Hebräerbrief Kapitel 6, Vers 19)


Unsere Welt wird immer unberechenbarer und unsicherer. Immer mehr Kriege, jeden Tag neue Nachrichten über Ereignisse, die wir uns nie vorstellen konnten. Gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach Sicherheit und Hoffnung auf Besserung.

Mit der biblischen Monatslosung für Mai bietet der Hebräerbrief aus dem Neuen Testament ein starkes Bild an, das uns Hoffnung geben kann: „Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele.“ Wie auf einem stürmischen Meer drohen gefährliche Wellen über uns zusammenzubrechen. Frieden, menschliche Grundwerte und soziale Sicherheiten sind derzeit so gefährdet, wie sich das viele kaum vorstellen konnten.

Dunkle Gedanken und der Anker der Hoffnung

Die Seele – ein Schiff, das in Stürmen hin und hergeworfen wird. Bei manchen Nachrichten ringen wir um Fassung. Dunkle Gedanken rauben uns den Schlaf. Hoffnung schwindet. Sorgen um die eigene Existenz nehmen zu. Berufliche Belastungen steigen. Nicht nur für den Polizeidienst sollen Krisenkonzepte entwickelt werden für Fälle, die noch gar nicht wirklich bekannt sind. Wie soll das gehen?

Dagegen setzt die Bibel ein anderes, starkes Bild: den Anker der Hoffnung. Ein Anker und die Ankerkette halten das Schiff fest. Gut verankert am Grund muss ich mit meinem Boot nicht im Hafen festmachen, sondern kann auf dem Wasser dahindümpeln. Aber ich werde nicht auf die Hohe See hinausgetrieben und kann Wind und Wellen standhalten.

Gott bietet Halt

Wie ein Schiff kann unsere Seele ruhig werden und neue Kraft und Hoffnung schöpfen – wenn wir gut verankert sind. Dann verlieren wir uns nicht im Strudel der Ereignisse, sondern richten uns neu aus. Der Anker bringt Sicherheit in unser Leben. Der Anker – das ist Gott.

Wer auf Gott hofft, hat etwas, das auch dann trägt, wenn alles andere ins Wanken gerät. Gott ist da und bietet einen Halt im Angesicht der Katastrophen in unserer Welt. Gott sagt zu uns: Der Sturm hört vielleicht nicht auf, aber du kannst trotzdem stabil und menschlich bleiben.

Dabei musst du selbst gar nicht so stark sein, wie du vielleicht glaubst. Gott ist stellvertretend stark für dich. Gottes Zusage gilt: Ich halte dich, wenn du fällst und bin da, manchmal vielleicht unsichtbar, ehe du untergehst. Ich gebe dir Halt.

Gottes großes Angebot

Gott bietet uns eine Chance. Mit dem Glauben an den Rettungsanker Gottes kommen wir besser durch die Stürme des Lebens hindurch als ohne Glauben. „Hoffen über alle Hoffnung hinaus.“ So hat das der Prior der ökumenischen Kommunität Taizé im vergangenen Jahr genannt. Der Glaube an unseren Gott in Jesus Christus ist rational nicht erklärbar, aber eben da mit einer Hoffnung, auch an Unvorstellbares zu glauben.

Dieser Glaube lenkt unseren Blick aus der Angst vor Untergang nach oben und nach vorne. Dieser Glaube lässt uns mit neuer Hoffnung nicht aufgeben und darauf vertrauen, dass auch aus dunkelsten Momenten wieder Helles und Schönes entsteht.

Ihre Polizeipfarrerin Astrid Stephan


Zum Weiterlesen: Frère Matthew, Hoffen über alle Hoffnung hinaus

Ein Gebet mit der Bitte um Kraft und Hoffnung

Gott, die Welt ist aus den Fugen.
Ich bin müde von den täglichen Nachrichten.
Und nachts liege ich wach vor Sorgen.
Ich sehne mich nach Frieden.
Nach einer Welt, in der Menschen sicher leben.
In der sich das Morgen nicht nach Angst anfühlt.
Schenke mir Kraft für den morgigen Tag.
Gib mir Stärke´, die ich gerade nicht habe, 
um aufzustehen, um weiterzugehen.
Lass das Licht Deiner Auferstehung leuchten.
Sei mir ein Hoffnungsanker in dieser Zeit.
AMEN

(Quelle: Insta-Kanal der Evangelischen Kirche in Deutschland, EKD, 12. April 2026)