zu sehen sind Fahnen vieler Länder und als Grafik der Monatsspruch von November 2026 AS / Stefanie Bernecker_fundus-medien.de

Hoffnung im Polizeidienst

Geistlicher Impuls für November 2026

von Landespolizeipfarrerin Astrid Stephan


„Er sorgt für Recht unter den Völkern. Er schlichtet Streit zwischen mächtigen Staaten. Dann werden sie Pflugscharen schmieden aus den Klingen ihrer Schwerter. Und sie werden Winzermesser herstellen aus den Eisenspitzen ihrer Lanzen. Dann wird es kein einziges Volk mehr geben, das sein Schwert gegen ein anderes richtet. Niemand wird mehr für den Krieg ausgebildet.“

(Jesaja Kapitel 2, Vers 4. Übersetzung: BasisBibel, © 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)


Was für eine große Vision des Propheten Jesaja!

Fast unvorstellbar ist diese Vision. Wer diesen Vers aus der Bibel hört, denkt vielleicht zuerst an eine Welt, die es noch nicht gibt.

Im Polizeidienst erleben Sie als Polizistinnen und Polizisten fast täglich das Gegenteil: Konflikte, Gewalt, Bedrohungen und menschliche Abgründe. Manchmal müssen Sie Zwang anwenden, um andere zu schützen.

Gottes verspricht eine friedliche Welt

Doch gerade, weil diese Vision so groß ist, ist sie auch so tröstlich. Jesaja beschreibt nicht unsere Gegenwart, sondern Gottes Zukunft. Gott verspricht eine Welt, in der Waffen nicht mehr gebraucht werden, weil Gerechtigkeit herrscht. Der Friede beginnt dort, wo Recht geschieht.

Bis dahin braucht unsere Gesellschaft Menschen, die für Recht und Sicherheit eintreten. Polizeidienst ist deshalb kein Widerspruch zu Jesajas Vision. Im Gegenteil: Er kann ein Dienst am Frieden sein. Jede verhinderte Gewalttat, jede gelungene Deeskalation, jedes offene Ohr für ein Opfer und jede faire Entscheidung lassen etwas von Gottes Frieden aufscheinen.

Wir müssen nicht die ganze Welt erlösen

Zugleich entlastet die Verheißung des Propheten Jesaja. Die endgültige Versöhnung der Welt hängt nicht von unserer Kraft ab. Gott selbst wird Recht schaffen. Wir dürfen unseren Auftrag treu erfüllen, ohne dabei die Last tragen zu müssen, die ganze Welt zu erlösen.

Mit Jesaja können Sie in der Polizei getrost und bestärkt Ihren Dienst tun: Sie können die Verantwortung in einer heute noch unvollkommenen Welt tragen. Aber Sie arbeiten im Horizont einer Hoffnung, in der Schwerter zu Pflugscharen werden.

Hoffnung, Mut und Besonnenheit

Diese Hoffnung gibt Kraft für den nächsten Einsatz, Besonnenheit in schwierigen Entscheidungen und Mut, auch unter Druck die Würde jedes Menschen im Blick zu behalten.

Bleiben Sie getröstet und behütet!

Ihre Polizeiseelsorgerin Astrid Stephan