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Geistlicher Impuls für Februar 2025

Fürs Leben braucht man kein Navi

Der Wegweiser aus steht in einem verschneiten Winterwald und zeigt nach recht und links auf verschiedene Wege.

Wohin gehe ich?

Welchen Weg soll ich einschlagen? Der Glaube sagt: Frage nach dem Weg. Und vertraue auf Jesu Begleitung. Mehr dazu im Geistlichen Impuls für Februar 2025.

Von Polizeipfarrer Dr. Armin Kistenbrügge

„Du tust mir kund den Weg zum Leben.“ (Psalm 16, Vers 11)

Das wäre schön, wenn es im richtigen Leben Wegweiser gäbe wie auf anständigen Wanderwegen im deutschen Mittelgebirge: „Zur Einkehrhütte nach rechts 1,5 km“ Und nach links geht’s zur Abbruchkante auf nicht markiertem Weg, wo alle hundert Meter ein Schild warnt: „Uffbasse!“

Wenn also der Weg ins Verderben deutlich markiert wäre und man am besten vom Spazierweg mit den schönsten Aussichten gar nicht abweichen müsste. Aber wir sind hier bei „So isses“ und leider nicht bei „Wünsch dir was“.

Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen „So sollte es sein“ und „So sieht’s nun mal aus“, ist auch im Polizeialltag unterschiedlich groß – je nachdem, ob man darauf von unten oder von weiter oben schaut. Nebenbei bemerkt: Welcher Weg in unserem Land der richtige ist und welcher Weg in den wirtschaftlichen oder den sozialen Abgrund führt, darüber muss abgestimmt werden. Und im besten Falle vorher einigermaßen zivilisiert diskutiert werden.

Nach dem Weg fragen

Auch mit einer gehörigen Portion Glauben werden Lebenswege oder Entscheidungen nicht unbedingt einfacher oder klarer. In Wirklichkeit ist das Leben ein ziemlicher Dschungel, und gangbare Wege nicht immer klar zu erkennen. Glaube funktioniert auch nicht wie ein Lebens-Navi, das einem klare Anweisungen eingibt.

Aber Glaube lehrt einen, nach dem Weg zu fragen. Ich weiß, Männer tun das grundsätzlich nicht, ohne ein beträchtliches Stück ihrer geschlechtsspezifischen Würde einzubüßen. Aber vielleicht trifft man ja auf jemanden, der den Weg schon mal gegangen ist.

Nach dem Weg zu fragen – das heißt im Glauben, auf dem Weg mit Jesus im Gespräch zu bleiben, der von sich gesagt hat: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ (Johannesevangelium Kapitel 14, Vers 6)

Gott weicht dir nicht von der Seite

Das ist ein bisschen so wie bei einer Safari durch den undurchdringlichen Dschungel. Die Mitreisenden fragen ihren ortskundigen Führer, der mit seiner Machete eine Schneise ins Dickicht schlägt, zaghaft: „Sagen sie mal, hier ist doch gar kein Weg!“ Worauf der Scout knorrig antwortet: „Leute, ich bin hier der Weg.“

Man muss sich leiten lassen. Das geht nur im Austausch. Ich glaube, Gott gibt einem im Leben nicht bloß einen schmalen Korridor vor, von dem man nicht links oder rechts abweichen dürfte, damit er einen bewahrt. Er führt einen vor allem nicht an den Hindernissen und Unübersichtlichkeiten vorbei, sondern immer mitten durch! Und weicht dir nicht von der Seite.

Und du lernst auf dem Weg (nicht vorher!), ihm zu vertrauen und hinter ihm her zu gehen. Und wenn du hinfällst, ist der Trick, einmal öfter aufzustehen, als du hingefallen bist. Und dich von Gott wieder hochziehen zu lassen. Gott lässt dich nicht liegen im Dschungel. Nie.

Gott befohlen!

Ihr Polizeipfarrer Dr. Armin Kistenbrügge


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